Die 1. Österreichische Designleiter

Ich habe einen sehr interessanten Artikel zum Thema Design gefunden. Hier ein kleiner Auszug.

Quelle: departure.at

Für die „1. Österreichische Designleiter“ wurden 1000 österreichische Unternehmen jeder Größe, 400 aus Wien und 600 aus anderen Bundesländern, über ihren Einsatz von Design befragt. Die schwedische Studie untersuchte Unternehmen ab 20 Mitarbeitern, weshalb für den internationalen Vergleich auch in Österreich eine Unternehmenszahl ab 20 Mitarbeitern gilt. Grundsätzlich unterscheidet die Designleiter zwischen vier „Stufen“ von Design.

1.) NON-Design: Design ist kein Thema in der Firma.

2.) Design als Styling: Design ist eine „ästhetische Schlusskorrektur eines Produktes/einer Entwicklung“.

3.) Design als Prozess: Design wird konsequent sehr früh im Produktentwicklungsbereich eingesetzt. Die Bedürfnisse der künftigen Nutzer sind zentral.

4.) Design als Strategie: Designer arbeiten sowohl mit Produktentwicklern als auch mit dem Management des Unternehmens zusammen. Design gilt als eine zentrale Geschäftsgrundlage.

Durchgeführt wurde die Befragung von IFES, mit der Erstellung der Studie war Microgiants Industrial Design Gmbh beauftragt.

ERGEBNISSE

1. Design zahlt sich aus

72 Prozent, fast drei Viertel der befragten Unternehmen, geben an, dass ihrer Meinung nach Design die Profitabilität eines Unternehmens erhöht. Aufgrund der besseren Datenlage (alle Unternehmensdaten sind in Schweden transparent im Internet verfügbar) ist die schwedische Designleiter-Studie noch klarer: Unternehmen, die Design als Strategie einsetzen, verzeichnen ein jährliches Umsatzplus von 9 Prozent im Vergleich zu Unternehmen ohne Design, deren Umsätze um 7,4 Prozent stiegen. Ähnliche Ergebnisse zeitigt auch eine Studie des British Design Councils, die besagt, dass Unternehmen, die Design als Strategie einsetzen, eine höhere Wertschöpfung erzielen und zwischen 1994 und 2003 überdurchschnittliche Erfolge an der Londoner Börse verzeichneten.

24 Prozent der österreichischen Unternehmen glauben eher nicht an einen Zusammenhang zwischen Design und wirtschaftlichem Erfolg.

2. 43 Prozent verwenden Design als Prozess oder Strategie

43 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen aller Unternehmensgrößen nutzen Design als Prozess oder Strategie, Wiener Unternehmen jedoch zu 47 Prozent. Deutliche Unterschiede ergeben sich im Vergleich zu Schweden: Während 61 Prozent der schwedischen Unternehmen über 20 Mitarbeiter Design prozesshaft oder strategisch einsetzen, sind dies in Österreich nur 46 Prozent.

Gar kein Design (NON-Design) setzen österreichweit 22 Prozent, wienweit 19 Prozent ein.

3. Nachfrage nach Design bleibt konstant oder steigt

Bei 59 Prozent der Unternehmen blieben die Designinvestitionen in den vergangenen fünf Jahren konstant, 27 Prozent gaben an, dass die Investitionen gestiegen seien. Wachsende Designbudgets verzeichnen vor allem Großbetriebe mit über 250 Beschäftigten. Nur bei drei Prozent der Unternehmen wurde weniger in Design investiert.

4. Große Unternehmen sind Wachstumsmarkt für angestellte Designer

Auch die Zahl der in Unternehmen beschäftigten Designer blieb in den letzten fünf Jahren bei 60 Prozent konstant, 19 Prozent geben an, Designer zusätzlich aufgenommen zu haben. Bei Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern haben sogar 6 von 10 oder 62 Prozent zusätzliches Personal aufgenommen.

5. 74 Prozent der Unternehmen haben keinen Designer beschäftigt

74 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen haben keinen Designer beschäftigt, in Wien nur 65 Prozent. Mehr angestellte Designer gibt es bei Unternehmen über 20 Mitarbeitern: Von diesen beschäftigen österreichweit nur 62 Prozent und wienweit nur 54 Prozent keinen Designer.

6. 70 Prozent der Designleistungen werden zugekauft

59 Prozent der Designleistungen werden im Inland, 11 Prozent der Leistungen im Ausland zugekauft. Nur 27 Prozent der Unternehmen, die Design in irgendeiner Form einsetzen, beschäftigen Designer intern. D.h., dass der Designer auch in Zukunft vor allem selbstständig tätig sein wird. Das wiederum erfordert verstärkt auch unternehmerisches Know-how. departure wird hier aber Herbst 2006 spezifische Ausbildungsinstrumente anbieten.

7. Kommunikations- und Markendesign wird am meisten nachgefragt

57 Prozent der österreichischen Unternehmen fragen Kommunikations- und Markendesign nach. 46 Prozent Digitales und Mediendesign, 40 Prozent Innen- und Außenausstattung. 27 Prozent benötigen Servicedesign, 22 Prozent Produkt- und Industriedesign. Mode- und Textildesign wird von 9 Prozent der Unternehmen nachgefragt. Diese Zuordnung spiegelt zwar die Unternehmensstruktur in Österreich wider, bedeutet aber keine Aussage, wie innovativ Design in den einzelnen Bereichen eingesetzt wird.

In Wien fragen 54 Prozent der Unternehmen Kommunikations- und Markendesign, 49 Prozent Digitales und Mediendesign, 32 Prozent Innen- und Außenausstattung, 29 Prozent Servicedesign, 23 Prozent Produktdesign und 8 Prozent Modedesign nach.

8. Nachhaltige Unternehmensentwicklung durch Design

Analog zur Einschätzung über positive wirtschaftliche Auswirkungen durch den Einsatz von Design zeigt sich auch die wirtschaftliche Situation der befragten Unternehmen. Wer Design als Prozess oder Strategie einsetzt, ist auch wirtschaftlich stärker. Bezüglich der abgefragten Geschäftsergebnisse ergibt sich folgendes Bild:

* Unternehmen, die Design als Strategie einsetzen: Geschäftsergebnis zu 94 Prozent positiv oder ausgeglichen

* Unternehmen, die Design als Prozess einsetzen: 88 Prozent positiv oder ausgeglichen

* Unternehmen, die Design als Styling einsetzen: 86 Prozent positiv oder ausgeglichen

* Unternehmen, die kein Design einsetzen: 76 Prozent positiv oder ausgeglichen.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

* Design ist kein Luxus, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

* Unternehmen, die Design intelligent einsetzen, sind profitabler und wettbewerbsfähiger.

* Design ist notwendig, um sich durch ausgereifte Produkte nicht vollständig dem internationalen Preiskampf ausliefern zu müssen.

* Design ist ein Prozess. Um international konkurrenzfähig zu sein, müssen Produkte und Dienstleistungen noch mehr auf die Bedürfnisse des Endverbrauchers. abgestimmt werden. Dazu muss Design möglichst früh und zentral in Entwicklungen integriert werden.

* Design ist mehr als die schöne Form. Designer müssen heute ganze Prozesse gestalten können und sich mit anderen Professionen bei der Produktentwicklung und Gestaltung vernetzen können.

* Designer werden auch in Zukunft überwiegend selbstständig tätig sein. Deshalb muss die Vermittlung von unternehmerischem Know-how für Kreative vorangetrieben werden.

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